Burg (Schloss) Spielberg

Auf einer vorgeschobenen Zunge des Höhenzugs "Hahnenkamm - Gelbe Bürg" thront die gut erhaltene Burg Spielberg aus dem 14. Jahrhundert. Sie bot durch ihre strategisch günstige Lage den einstigen Burgherren einen ausgezeichneten Blick über das Altmühl- und Wörtnitztal.

In der Burg befindet sich das Künstleratelier von Ernst Steinacker.

Im 12. und 13. Jahrhundert gehörte die Burg Spielberg zum Burgensystem der Grafen von Truhendingen. Nach dem Aussterben der männlichen Linie  gelangte die Burg Spielberg über die Grafen von Schaumburg endgültig 1363 an die Grafen von Oettingen und wurde später Stammsitz der 1734 gefürsteten Linie Oetingen-Spielberg.

Auf dem Wege, kurz vor Erreichen von Schloss Spielberg begegnet dem Besucher längs der Auffahrtsallee ein die äußere Ringmauer umsäumender Wiesenstreifen, die sogenannte Skulpturenwiese. Der Betrachter wird hier inmitten einer freien Natur eingestimmt auf Motive und Werke der Kunst von Ernst.

Der Skulpturenwiese gegenüber, rechts der Auffahrtsallee, liegt die sog. Engelwiese, die auf dem weitläufigen Areal bemalte Engelskulpturen und Engelgruppen von dem Künstler Ernst Steinacker zeigt.

Im Inneren der Ringmauer befinden sich der kreisförmige Skulpturenhof, die neu gestaltete Aussenbühne mit dem sog. „Freskenraum“, der Glockenturm, die Werkstätten sowie der im Barock (zwischen 1730 - 1740) zum Schloss umgebaute repräsentative Palas. Dieser seit 1983 grundlegend zum einem modernen Museum umgebaute Hauptbau beherbergt die jetzige Schlossgalerie Steinacker. In das Hauptgebäude integriert ist die 1427 entstandene, mit wertvollen Werken des Barock und Rokoko ausgestattete Schlosskapelle St.

Schloss Spielberg bezaubert als eindrucksvolles Baudenkmal und Wahrzeichen des Altlandkreises Gunzenhausen, beflügelt die Phantasie und das geschichtliche Interesse und präsentiert sich als Stätte der modernen Kunst und der Kultur.

Etwa 8 km südlich von Gunzenhausen bei Markt Gnotzheim, inmitten einer von der Technik unberührten Landschaft, bekrönt die Burganlage wie ein mächtiger Pfeiler auf der Anhöhe das nordwestliche Ende des Hahnenkamms. Wie die nach dem Ort Spielberg benannte Burg schon von weitem den Blick auf sich zieht, gewährt sie umgekehrt auch einen überaus beeindruckenden Panoramablick auf ihr Umland. Wer sich hierher auf den Weg macht, mag beeindruckt sein vom vollständig erhaltenen Oval der monumentalen Burganlage mit ihren fünf Meter hohen Ringmauern aus dem 12. Jahrhundert und bezaubert von den weiten Ausblicken in das umgebende Land. Der Blick reicht über die Höhen der schwäbisch-fränkischen Alb, über die hügelige Landschaft um den Hesselberg, über den Altmühlsee bis hin zu den Grenzen des Nürnberger Umlandes.

Darüber, ob schon die Kelten und die Römer die einzigartige Aussicht mit einer baulichen Anlage nutzten, wird immer wieder spekuliert. Manche Forscher behaupten auch, dass der Name Spielberg von lat. speculare (=schauen, spähen) abzuleiten ist. Ein Römerkastell, genannt Mediana, lag am Fuße des Berges, beim heutigen Gnotzheim. Und wer beim Spaziergang um das Schloss angezogen wird von dem magischen Hügel mit den vier Linden, dem erscheint die Geschichte und die Geschichten von einer einstigen keltischen Kultstätte dort vor den Füßen des jetzigen Schlosses nicht abwegig. Jedenfalls ist dieser gesamte Platz auf der Anhöhe des Spielberges in seinen räumlich-zeitlichen Dimensionen ein uralter, ein nahezu archaischer Ort. Ein Ort des Schauens und Ausschauens.

Fest steht, dass im 12. Jahrhundert das einflussreiche Geschlecht der Herren von Spielberg, sog. Königsfreie, mit Einverständnis der Staufer eine mächtige Burg errichten konnten. Im 13. Jahrhundert gelangte die Burg an die Edlen von Truhendingen (Hohentrüdingen). Nach deren Aussterben kam sie 1363 über die Grafen von Schaumburg an die Grafen von Oettingen. Mit dem Hause Oettingen-Spielberg, das 1734 in den Fürstenstand erhoben wurde, blieb Spielberg mit wenigen Ausnahmen über die Jahrhunderte hinweg bis heute verbunden. 1796 kamen Burg und Ort Spielberg an Preußen, 1806 an Bayern. 1872 kaufte Fürst Carl Phillip Wrede Schloss Spielberg und übergab sie an seine Tochter Amalie, Fürstin zu Oettingen-Spielberg. Im Jahre 1983 hatte Fürst Albrecht zu Oettingen-Spielberg die ruinöse Schlossanlage der Künstlerfamilie Ernst Steinacker zu Zwecken der Renovierung und zur Aufnahme der Bildwerke von Oettingen-Spielberg. anvertraut.

Erst im 12. Jahrhundert kann die Geschichte des Berges anhand von Urkunden belegt werden. Die Herren von Spielberg, ein freies Geschlecht, wohnten zu dieser Zeit auf dem Spielberg. Denkbar, dass das spätere Dorf Spielberg aus der alten Gnotzheimer Königsmark herausgeschnitten wurde. Das freie Geschlecht der Spielberger entstammte wohl einer alten Familie von Königsfreien, die in fränkischer Zeit in der Nähe des Römerkastells Gnotzheim angesiedelt wurde. Der Einfluss der Familie war stark gewachsen, so dass sie mit Einverständnis der Staufer eine mächtige Burg errichten konnten.

Im 13. Jahrhundert gelangte die Burg in die Hände der reichbegüterten und einflussreichen Edlen von Truhendingen. Diese beauftragten ein Dienstmannengeschlecht mit der Burghut, das sich auch "von Spielberg" nannte. Im 14. Jahrhundert, nach dem Aussterben der männlichen Linie der Truhendinger, gelangte die Burg Spielberg über die Grafen von Schaumburg an die Grafen von Oettingen. 1440 kam es zu einer Fehde zwischen dem Grafen Johann von Oettingen und den Brüdern Konrad und Heinrich von Pappenheim, die durch Verpfändung Anspruch auf die Burg Spielberg, erhoben. Die Burg brannte aus und es entstand ein Schaden von 1500 Gulden.

1493 lösten die Grafen von Oettingen die Burg wieder ein. Mit dem Hause Oettingen-Spielberg, das 1734 in den Fürstenstand erhoben wurde, blieb nun Spielberg über 300 Jahre verbunden. 1796 kamen Burg und Ort Spielberg an Preußen, 1806 an Bayern. 1814 trat der bayrische Staat das Schloss an eine Kasinogesellschaft ab, die die Burg bis 1827 für Zusammenkünfte benutzte. Bei einer Versteigerung erwarb es der Fürst Wrede, der es seiner Tochter, Fürstin Amalie von Oettingen überließ. Seit dieser Zeit ist es wieder im Besitz der Fürsten von Oettingen-Spielberg.

 
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