Friedenskapelle
Von Saalfelden kommend, gegenüber der Zufahrt nach „Maria Alm am Steinernen Meer“, oberhalb des Ortsteiles Schattenberg, wurde aufgrund einer privaten Initiative von 1985 bis 1988, die dem Hl. Bruder Nikolaus von Flüe und seiner Frau Dorothea Wyss geweihte Friedenskapelle gebaut. Der zum Gebet für den Frieden einladende Bau, fügt sich an einer, nicht mit dem Auto erreichbaren, exponierten Stelle gut in die Landschaft ein.
Beim Emporsteigen und dem Betreten des die Friedenskapelle umgebenden Waldes macht sich eine Ruhe und Erhabenheit breit. Die vorhandene Energie (Im Wald BE 45 000, in der Kapelle BE 58 000, gemutet an einem sonnigen Tag im Mai) ist deutlich zu spüren.
Die Brücken zur Kapelle symbolisieren einladende Hände und verstärken dieses Gefühl.
Die Kapellentüren sind schmal, durch sie kann man nicht massenweise einströmen. Die Kapelle muss man einzeln und bewusst betreten. Die Türgriffe stellen FISCHE, ein uraltes Christussymbol dar. Die Vorderfront der Kapelle (sie kann für besondere Anlässe geöffnet werden) zeigt einen Baum. Der hohe Turm stellt Bruder Klaus dar.
Der ganze Raum ist in Bewegung zum Altarraum, der ganz vom Kreuz eingenommen ist. Die Betonwand hinter dem Kreuz ist eine bautechnische Notwendigkeit. Diese kalte, raue Wand weist uns darauf hin, dass der Tod am Kreuz eine harte, raue Wirklichkeit darstellt. Die Ikone neben dem Kreuz weist auf die Auferstehung hin.
In einer Zeit, wo Recht und Gerechtigkeit immer weniger galten und jeder seinen eigenen Vorteil suchte, hat Bruder Klaus sein Leben ganz auf Gott gebaut. Nikolaus von Flüe wird nicht nur von Katholiken als „Heiliger" verehrt. Auch in der evangelischen Kirche wird er hoch geachtet. Er ist seinen Weg als Familienvater, Bauer, Politiker, Richter und als Einsiedler gegangen, dabei nie vom Weg der Gerechtigkeit abgewichen, ohne Rücksicht auf den Beifall seiner Mitmenschen. Aus der Kraft der Innerlichkeit wurde er zum Friedensstifter und Anwalt der Armen und Leidenden. Durch die ostkirchliche Spiritualität kann man Bruder Klaus besser verstehen. Er verkörpert die Idealgestalt des russischen Menschen. So wurde er zu einem starken „Turm“, an dem sich viele orientierten.
„Nikolaus von Flüe mahnt uns zum Frieden im eigenen Land und zum Frieden in der Welt, er mahnt uns vor allem zum Frieden im eigenen Herzen. Ein Mensch, der mit sich selbst uneins ist, der im inneren Unfrieden lebt, kann keinen Frieden stiften. Darum weist uns Bruder Klaus auf die tiefste Quelle allen Friedens hin, wenn er sagt: „Fried ist allweg in Gott, denn Gott ist der Fried."
Wenn heute angesichts des Hungers in weiten Teilen der Welt und der weltweiten Umweltbedrohung zu Recht nach persönlicher Selbstbeschränkung gerufen wird, steht Bruder Klaus als ein prophetisches Vorbild da.



