St. Hippolyt. Die Perle in Südtirol
Der „Bühel“, auf dem St. Hippolyt errichtet ist, ist ca. siebenhundertfünfzig Meter hoch.
Er erhebt sich direkt aus dem „Etschtal“. Es ist die markanteste Erhebung eines Höhenrückens, der steil gegen das Etschtal abfällt.
Beschreibungen gibt es viele. Man verglich den „Bühel“ mit dem biblischen Berg „Quarentana“. St. Hippolyt, an dessen Stelle höchstwahrscheinlich das Langobardenkastell Tesena gestanden hat, war einstmals eine Befestigung am uralten Gampenweg.
Die Besiedelung der Höhen um das Etschtal geht Urkunden zufolge zurück bis zur Zeit der Römer und Langobarden. Zahlreiche archäologische Funde erzählen uns jedoch von einer durchgehenden Besiedelung des Hügels, auf dem St. Hippolyt errichtet ist, bereits seit der späten Jungsteinzeit (4000 Jahre v. Chr.) über Spät- und Endneolithikum, (2000 bis 1800 Jahre v.Chr.).
Aber warum zog dieser „Bühel“ den Menschen in seinen Bann? War es die landschaftliche Schönheit dieses Ortes, von dem aus man Dörfer, Kirchen, Schlösser sieht?
Zur damaligen Zeit gab es noch keine Orte im heutigen Sinn, von Schlössern ganz zu schweigen. War es die reine Luft, die diese Kuppe vom sumpfigen Grund der Etsch unterschied? Aber auch alle anderen Plätze in dieser Höhe haben diese Luft. Der Blick geht, wie bei all den anderen Kuppen, hinaus in das weite Etschtal, hinab bis ins Südtiroler Unterland und hinauf nach Meran. Zum Unterschied der freien, sonnenüberfluteten Höhenkuppen ist die Gegend bewaldet und geheimnisvoll. In einem Weinberg in der Nähe von Tisens wurde zur Jahrhundertwende ein waffenführendes Germanengrab gefunden.
Am höchsten Punkt, dort wo heute der Turm des Kirchleins steht, wurden 78 000 BE gemutet. Vielleicht ist dies der Grund der Anziehungskraft? Oder entstand diese hohe Energie aufgrund der seit jahrtausenden praktizierten Andacht an diesem Ort?
Das nach Osten ausgerichtete Kirchlein wird 1286 erstmals urkundlich erwähnt und ist mit größter Wahrscheinlichkeit bedeutend älter. Es wurde sicherlich an der Stelle einer jahrtausende alten vorchristlichen Kultstätte errichtet. Felsschalen, seltsame Felsenrutschbahnen, deren Geheimnis bis heute nicht gelüftet ist, uralte Felstreppen und Felswege, knorrige Eschen, die der freien Höhe ihren ganz besonderen Reiz verleihen, befinden sich in der weiteren Umgebung der Kirche und weisen darauf hin.
Möglicherweise ist St. Hippolyt das bei Paulus Diaconus in seiner,,Vita Langobardorum“ genannte „Tesana“. Der Ortsname (Tisens) scheint davon abgeleitet.
Zu dieser Zeit mag bereits am Hügel ein Heiligtum bestanden haben, das dem hI. Hippolytus geweiht war: Der hI. Hippolytus wurde als Soldatenheiliger von der Besatzung des Kastells angerufen. Damit wird seine Verehrung auf dem Hügel begründet.
Die heute noch auf dem breiten Hügel erhaltenen Baulichkeiten sind das Mesnerhaus unterhalb der Kuppenhöhe und die weithin sichtbare Kirche, die wegen der berüchtigten Blitzeinschläge auch „Zum Bösen Segen“ genannt wird.
Das Innere der Kirche birgt keine hochwertigen Kunstgegenstände, diese sind ausgelagert in die Musen der Umgebung..





